Namics Quarantäne Tagebuch – Woche "schon viel zu lange"

Melanie, unsere Director Marketing&Communication berichtet ĂĽber ihre Woche im Homeoffice. Die wievielte weiĂź sie selbst nicht mehr.

Tag 41 - Montag, der 11.05.2020

Wenn ich ehrlich bin, hab ich nur darauf gewartet. Ist ja klar, dass wenn man die Employer Branding Managerin im Team hat, die unsere Homestories verantwortet, sie dann früher oder später mit der Frage kommt: “Schreibst Du auch mal eine Homestory?” Und ich hab mich ein klein bisschen gefreut. Endlich mal wieder einfach nur schreiben. Das mach ich viel zu selten in meinem Arbeitsalltag. Gesagt, getan. Los geht's. Heute ist Montag. Der 11. Mai. Das Datum weiß ich nur, weil ich auf meiner Uhr geschaut habe. Die wievielte Woche verbringe ich im Homeoffice? Keine Ahnung. Wenn ihr mich fragt, schon viel zu lange. Ich hatte im Dezember einen Unfall und konnte drei Monate nicht laufen. Also hab ich von zu Hause gearbeitet. Bis irgendwann im Februar. Zurück im Büro war ich der glücklichste Mensch dort. Dauergrinsen. Endlich wieder Kolleginnen und Kollegen. Austausch, Feedback, Meetings, sich gegenseitig Challengen, Feierabendbier. Kaffeepausen und neuester Tratsch. Wie hatte ich es vermisst. Und dann kommt diese komische Kugel mit den Stacheln dran. Und Namics wechselt ins Homeoffice. Irgendwann Anfang März. Wenn ich es positiv gesehen hätte, hätte ich sagen können: “Prima, ich bin es ja schon gewohnt.” Und da ich ein positiver Mensch bin, hab ich’s positiv gesehen. Tue ich auch jetzt noch. Gebe ich auch gleich meinem Team mit. Montagnachmittag ist Teammeeting. Ich habe einen festen Part eingebaut, in dem wir unsere Fragen und Gedanken rund um die aktuelle Situation austauschen. Offene Kommunikation ist in Tagen wie diesen besonders wichtig. Im Team, aber auch in der gesamten Organisation. Ich komme gerade aus einem Termin, der sich “Geschäftsleitungs-Info” nennt. Alle Führungskräfte werden hier über die wichtigsten Entscheidungen unserer Geschäftsleitung auf dem Laufenden gehalten. Für mich ist das besonders wichtig und wertvoll, da ich unsere interne Kommunikation verantworte. Ich unterstütze unser Management dabei, dass wir transparent und verständlich mit unseren Kolleginnen und Kollegen kommunizieren. Wenn man sich nicht sieht, ist das noch wichtiger als sonst. Und eine Herausforderung. Ich mag Herausforderungen.

 

Tag 42 - Dienstag, der 12.05.2020

Ich hab Muskelkater. Aber nur ganz leicht. Warum? Ach ja, hatte ich gestern gar nicht gesagt. Immer Montag und Mittwoch um 18 Uhr findet bei Namics “Quarantäne-Fit” statt. Meine Kolleginnen Nathalie und Grit gestalten gemeinsam mit mir für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Workout per Video. Eine Stunde. Jedes mal ein anderer Körperteil im Fokus. “Boxt Euren Arbeitsstress einfach mal weg. Mit Power. Und wenn Euch der Kollege heute genervt  hat, dann boxt ihn in Gedanken auch weg.” – Das hab ich nicht wirklich gesagt gestern Abend, oder? Na und wenn schon. Ich seh es (wie immer) positiv: Wenn der Lockdown rum ist, ist Namics fit. Fitter denn je. Wir wollen das auch nach Corona weitermachen. Dann auf der Wiese vor unserem Münchner Büro.

Melanie an ihrem Schreibtisch im Home Office
Kampagnenplanung im Homeoffice

Es ist Dienstagnachmittag. Ich sitze gerade an einem Konzept zu einer digitalen Kampagne mit Adobe, einer unserer Softwarepartner. Wir möchten die nächsten Monate unser neues Adobe-Angebot im Markt kommunizieren und dabei unsere Technologie-Expertise zeigen. Die Umsetzung mit Whitepapern, Webinaren und Videoserien auf Social Media wird mein Team übernehmen. Ich versuche mit den Fachexperten die Gesamtstory und unsere Botschaften auszuarbeiten. Dabei muss ich mich konzentrieren. Eigentlich. Aber mein Kollege Patrick lässt es nicht zu. Er ist bei uns Director New Business. Wir arbeiten viel zusammen. Überlegen uns, wie wir neue Kunden gewinnen können und was es dafür braucht. Eigentlich. Heute schreibt er mir im Chat. Die Kombination aus einem “t” am Satzende und dem danach folgenden runden Punkt in unseren Corporate Slides gefällt ihm nicht. Really? Sein Ernst? Ich schau in seinen Kalender und sehe, dass er gerade einen wichtigen Pitch vorbereitet. Da kann man schon mal gaga im Kopf werden. Schreibt er dann auch. Er hat mal kurz Pause gebraucht. Sein Hirn ist “deep-fried”. Ich muss lachen. Das sind meine liebsten Chats.

Tag 43 - Mittwoch, der 13.05.2020

Liveübertragung von Quarantäne Fit
Quarantäne-Fit bei Namics

Mein Highlight am Mittwoch: das All Hands-Meeting mit unserer Muttergesellschaft Merkle. Hier erhalten wir Einblick, was an den anderen Standorten in Europa passiert und wie sich unsere Geschäftszahlen entwickeln. Zu wissen, dass gerade über 6000 Kolleginnen und Kollegen den gleichen Livestream verfolgen und zusammen daran arbeiten, dass wir gestärkt aus dieser herausfordernden Zeit kommen, ist einfach toll und motiviert einen bei der eigenen Arbeit. Der Tag vergeht wie im Flug und während ich noch im letzten Videocall hänge, ziehe ich mir schnell meine Klamotten fürs Quarantäne-Fit an. Wie gut, dass die Kameras in unserem Videotool auch abgestellt werden können. Heute sind die Beine dran. Nach acht Stunden sitzen genau das richtige. Nathalie hat die Sally-up-Challenge mit Squats ausgewählt. Kennt Ihr nicht? Googelt mal danach. Und wenn ihr das Video gefunden habt, am besten gleich mitmachen.

 

Tag 44 - Donnerstag, der 14.05.2020

Egal was heute passiert, um 17 Uhr muss ich Zeit haben. Donnerstag 17 Uhr ist die Namics Lounge. Eine halbe Stunde virtuelles Vorlesen einer Geschichte. Letzte Woche Donnerstag gab es den ultimativen Cliffhanger. Das war wirklich fies. Ich muss wissen, wie es weitergeht. Die Geschichte heisst “Der Andere” aus Liebesfluchten von Bernhard Schlink. Ich mag diese halbe Stunde Auszeit. Einfach mal den Kopf freibekommen. Unser HR-Team bietet gerade viele verschiedene Aktionen dieser Art. Alle freiwillig natürlich, das ist keine Arbeitszeit. Aber es ist wertvolle Zeit. Für einen selbst. Was hab ich bis 17 Uhr gemacht? Eine Kampagnenplanung finalisiert, mit den anderen Marketing Directors aus Europa besprochen, wie wir eine gemeinsame Datenerfassung durchführen, mit meinem Team überlegt, wie wir für unsere Sales-Kolleginnen und Kollegen unsere Best Cases besser aufbereiten können, mir Feedback zu einer Kollegin eingeholt fürs nächste Feedbackgespräch, Mail-Templates aktualisiert und mit meiner Kollegin Julia bei viel Tee gebrainstormt, wie wir beim Thema Datennutzung fürs Marketing noch besser werden.

Lena sitzt am Tisch und schaut zur Seite
Lena, Employer Branding Managerin und im Team von Melanie

Nach der Lounge arbeite ich noch Mails ab und lege einen neuen Bereich in unserem Intranet an. Dann ist der Arbeitstag zu Ende. Eigentlich. Wenn sich da nicht wieder Patrick im Chat melden würde. Auf den Fotos, die wir in unserer Bilddatenbank haben, da wären immer nur junge Leute drauf. Ob wir da nicht Bilder haben, die mehr Erfahrung ausstrahlen. Unser Durchschnittsalter bei Namics ist circa 32. Und wir sind alle gemeinsam sowas von erfahren. Vermutlich ist sein Hirn wieder “deep-fried”. Oder er möchte einfach auch mal gerne Marketing machen. Kann ich total verstehen. Ich liebe Marketing.

 

Tag 45 - Freitag, der 15.05.2020

Meine Kollegin Lena (ja genau, die Employer Branding Managerin) will bis mittags die Homestory. Damit Ihr die zum Start ins Wochenende auch noch lesen könnt. Also halt ich mich mal kurz. Das kann ich auch. Ob ihr es nach dem Text glaubt oder nicht. Ein schönes Wochenende. Und: Immer positiv bleiben!