Namics Quarantäne Tagebuch – Woche 9

Neun Wochen sind vergangen seit Namics sich ins Home Office aufgemacht hat. Ein weiterer Recap der Woche darĂĽber, wie wir den Arbeitsalltag remote meistern.

Namics@Home: In dieser Woche berichtet Ben, was er in Home Office Quarantäne erlebt hat.

Tag 46 - Montag, der 18.05.2020

Die Woche startet, wie jede Woche. Ja, wie jeder Tag eigentlich. Um 05:54 Uhr höre ich die, mir ach so bekannten, Tippelschritte, welche bewusst leise aufsetzend, aber doch zielstrebig und schnell auf mein Bett zulaufen. Gefühlte 3 Sekunde später starren mich dann diese kleinen blauen Augen unter dem blonden Schopf durchdringend an: “Papa!!!! Aufstehen!” Also raus aus den Federn und erstmal mit einem der zahlreichen Home-Office-Protagonisten den morgendlichen Männer-Kaffee genießen. Für Papa den Doppio und für Max, 4 Jahre (fast 5, darauf legt “er” Wert), den Kinder-”Cappuccino” á la Nesquik. Zahlreiche Home-Office “Kollegen”? Ja, ich wohne in einem Mehrgenerationenhaus - eine spezielle Herausforderung in diesen speziellen Zeiten. Die Jugend besteht aus Max, den Frühaufsteher, und seiner Schwester, Emma, normalerweise Erstklässlerin, aber nun schon seit Wochen Home-Schooling-ABC-Schütze. Beide also auf akutem Kindergarten- und Schulentzug. Anna, die bezaubernde Mutter der beiden, komplettiert den “jugendlichen” Part unserer WG. Pünktlich um 07:45 Uhr steht dann der FAT (Family-Alignment-Talk) mit dem 2. Team auf dem Programm: Meinen reizenden Schwiegereltern. Nun wohnen wir schon ca. 5 Jahre unter einem Dach, aber diese momentane Intensität des Zusammenlebens ist für alle neu. Im FAT werden generationsübergreifend die anstehenden Hangout-Calls mit den Kids-Shuttle-Verpflichtungen, der Lunch-Logistik sowie der Verfügbarkeit von jedem Einzelnen abgestimmt. Nach diesem Sync kann das “New Business”-Business endlich starten.

Kind schaut durch die TĂĽr
Papa, ist da Holger mit dem Hund am Telefon?

Jeder, der Kinder unterhalb der Pubertätsgrenze hat, weiß wovon ich spreche. Es ist natürlich auch echt schwer den Kids zu vermitteln, dass Papa oder Mama nun den ganzen Tag zu Hause sind, es aber doch nicht Wochenende ist. Und hier muss ich jetzt auch mal ein dickes Lob an alle Home-Office-Kids aussprechen. Ihr meistert diese Ausnahmesituation wirklich echt klasse!!! Trotzdem sieht man natürlich immer wieder die gleichen Bilder in den Skype-, Hangout- und Zoom-Calls: Abrupt auf “Mute” schaltende Gesprächspartner, die wild gestikulierend die noch nicht von der Notebook-Kamera erfassten Kids nach draußen komplementieren.

Dann doch der ein oder andere Schopf von der Seite auf den Bildschirm starrend und letztlich zur abendlichen Stunde, dann auch mal voll integriert in Calls. “Papa! Wer ist das?” “Holger!” “Helga?” “Nein, Holger! Der mit dem Hund!” “Können wir den auch mal sehen?” Und schon sind New Business, Account Director, 2 Kinder und 1 Vierbeiner in einem Hangout vereint.

Tag 47 - Dienstag, der 19.05.2020

Hantelbank
Eiserne Verkaufsstrategien werden im Gym-Keller geschmiedet

Wir wohnen etwas außerhalb, um eher zu sagen sehr ländlich, vor den Toren der Isar-Metropole. Das Pendeln ins Office bedeutet für mich täglich 2,5 Stunden “verlorene” Lebenszeit und fehlt mir inzwischen doch irgendwie. Schon verrückt, dass man sich ernsthaft nach einer gepflegten Rush-hour auf dem Mittleren Ring sehnen kann, um beim täglichen Stop-and-Go die akkurat aufgereihten Boliden eines deutschen Premium-Automobilisten jeden Tag aufs Neue zu “konsumieren”.

Der Bewegungsradius ist bekanntlich derzeit für alle deutlich eingeschränkt, die Nahrungsaufnahme dagegen durch die Nähe zum heimischen Kühlschrank deutlich erleichtert. Man kann dies guten Gewissens als Zielkonflikt bezeichnen, so dass der Gang in meinen “Interims-Gym”-Keller derzeit den Strohhalm zur Kompensation meiner körperlichen Konstitution darstellt. So versuche ich, zumindest jeden 2. Tag, der Home-Office-Rundrücken-Haltung entgegen zu wirken. Und heute ist wieder so ein “Kellerabend”, schließlich sollen die Hemden für die Kundentermine ja noch passen, wenn es endlich wieder “raus” geht.

Tag 48 - Mittwoch, der 20.05.2020

Stofftiere auf EsszimmerstĂĽhlen
Paula, Friede & Co eröffnen heute mal die Vorstellungsrunde

Heute ist Drehtag. Klingt fast wie beim Fernsehen. Und so ein wenig wollen wir die Zuschauer mit dem geplanten Video auch unterhalten und emotional abholen. Unser Business ist ein People-Business. Klar geht es um Technologien, Prozesse und Preise. Aber am Ende des Tages stecken hinter allem immer auch Menschen, Werte wie Vertrauen und Sympathien um gemeinsam, also Agentur und Kunden, gerne etwas bewegen zu wollen. Aufgrund der momentan rein virtuell stattfindenden Kundenpräsentationen haben wir uns überlegt, das Team bildlich an einen Tisch zu setzen und so eine imaginäre Vorstellungsrunde für den Kunden zu inszenieren. Dafür bedarf es natürlich einem gewissen Set-Up, um auch glaubwürdig die “Tafelrunde” rüber zu bringen. Nachdem jeder natürlich für sich in seinem “stillen Home-Office-Kämmerchen” sitzt, müssen daher Paul, Frieda & Co., die gesammelte Stofftierfraktion, herhalten.

Man kann sich vorstellen, dass so ein Video Shoot jede Menge Spaß bedeutet und das Material für die Outtakes schier unerschöpflich sind. Aber…. auch das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Bin schon gespannt, was der Kunde sagt. 

Diese Woche ist keine optimale Woche. Zumindest aus New Business Sicht. Durch den, natürlich nicht nur den Vätern gewidmeten, Feiertag und der Möglichkeit damit eine charmante Brücke zum Wochenende zu schlagen, werden viele Kunden und diejenigen, die es noch werden wollen, auch am Freitag ihre wohlverdiente Auszeit nehmen. Bedeutet für mich: 2 Tage weniger Gespräche, Austausch und Kontaktpflege. Naja, dann werde ich wohl die leidigen administrativen Tätigkeiten forcieren und ab nächster Woche wieder verstärkt zum Hörer greifen.

Tag 49 - Freitag, der 22.05.2020

Freitag! Wochenausklang! Der Biorhythmus fährt runter. Nicht so diese Woche. Das Adrenalin steigt unaufhaltsam. Am Montag ist “Pitch-Time”. Vergleiche mit dem Leistungssport sind hier durchaus zulässig. Vor langer, langer Zeit selbst mal auf Tartanbahn und in Sandgruben aktiv, weiß ich, wie sich das anfühlt: Man hat ewig auf diesen einen Tag hin trainiert. Zahlreiche Stunden mit Herzblut und Schweiß in die Vorbereitung gesteckt. Ein letztes Abschlusstraining, der Dry-Run, und dann das Warten. Man sitzt im Startblock, wartet auf den Startschuss und hofft, seine eigene Leistungsfähigkeit zu 100% abrufen zu können und den Kunden von seinen, nach eigener Einschätzung besten Ideen, überzeugen zu können. Einziger Unterschied zu früher: Man ist jetzt nicht allein, sondern durchlebt diese intensive Phase gemeinsam mit dem ganzen Team. Und das macht richtig Spaß. Ich hab ein gutes Gefühl für Montag und bin mir sicher, dass wir das rocken werden. In diesem Sinne: Auf die Plätze! Fertig! Wochenende!