Das Quarantäne Tagebuch. Woche 2.

Schon zwei Wochen fully remote. Was ist passiert und wie läuft es so? Unser Recap der Woche.

Namics@Home: Diese Woche berichtet Katha, wie sie die Home Office Quarantäne erlebt hat.

Tag 6 - Montag, der 23.03.2020

Schon die zweite Woche, in der ich nicht ins Büro gehen darf. Schon wieder 8h alleine vor meinem Laptop. Es ist immer lustig in unserem Büroflügel und mir fehlen die täglichen Witze und Unterhaltungen. Ich würde super gerne mit den Kollegen Grillen in der Mittagspause. Es hätte schon mindestens 3 Kuchen gegeben. Und ich würde so gerne mal wieder kickern… Puh, harter Start in die Woche! 

Zum Glück beginnt die Woche mit unserem Quartiermeeting. So sehe ich alle Kolleg*innen aus meinem Büroflügel wenigstens virtuell. Normalerweise besprechen wir Standort-Updates und planen die nächsten Aktivitäten. Dieses Mal nutzen wir es, um alle ein bisschen von unseren Projekten zu erzählen. Eine schöne Abwechslung. Gefühlt sind wir danach besser darüber informiert, was alle so treiben, als wenn wir in einem Raum gesessen hätten. Vielleicht sollten wir das Format auch nach Corona beibehalten. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Virtual Coffee morgen.

 

Office Care
Auch wenn das Office unbesucht ist, unsere Pflanzen werden trotzdem gegossen.

Tag 7 - Dienstag, der 24.03.2020

Chat
Fots der haarigen Home Office Kollegen machen im Chat die Runde

Im Frankfurter Chat sind wir immer noch auf der Suche nach dem perfekten Setup für das Home Office. Nachdem wir letzte Woche eher Fokus auf die beste Umgebung gelegt haben (Balkon-Office war hoch im Kurs), geht es diese Woche um die kleinen Dinge. Curved Monitore und Mechanical Keyboards sind tatsächlich recht verbreitet bei den Kolleg*innen. Ich verfolge die Diskussion von meinem provisorischen Arbeitsplatz an meinem Esszimmertisch und überdenke nochmal mein kühnes Statement bei der letzten Wohnungssuche: “Wer braucht schon ein Arbeitszimmer, ich bin eh viel lieber im Büro”. Ein weiterer, integraler Bestandteil der Home Offices sind Katzen und Hunde. Der Chat wird überflutet von SO VIELEN süßen Vierbeinern. Langsam keimt die Sorge in mir auf, ob ich so viele Wochen zuhause ohne etwas Flauschiges zum Kuscheln überstehe. 

Mittags gibt es die erste Mindfulness Session für alle Namicsler*innen. Ich quetsche meine Yogamatte auf die letzte freie Fläche neben meinen ausgezogenen Esstisch. 30 Minuten Meditation und zur Ruhe kommen. Ich liebe Shavasana. Danach geht es mir etwas besser. Namaste.

Tag 8 - Mittwoch, der 25.03.2020

Postamt
Schön Abstand halten in der Schlange vor dem Postamt.

Während sich zuhause eigentlich nicht so viel verändert hat, bemerkt man die Einschnitte ziemlich deutlich, wenn ich vor die Tür gehe. Die Straßen im sonst pulsierenden Sachsenhausen sind wie leergefegt. Mittlerweile hat auch meine Lieblings-Eisdiele geschlossen (kein Giotto-Eis mehr :( ), und ich bekomme auch kein frisches Holzofenbrot mehr auf dem Markt. 

Dafür kommt es zu anderen Kuriositäten: An der Poststation warten wir bis in die Nachbarstraße mit 2m Abstand zwischen uns. Ich weiche jeder Person extra weit aus, die mir begegnet. Irgendwie faszinierend, wie schnell sich unsere Gesellschaft umgestellt hat. 

Wertvoller denn je ist unser Witze-Chat. Der “Frankfurter Lachkeller”-Chat wurde vor einigen Jahren gegründet, nachdem im normalen Standort-Chat zu viele angeblich sinnlose Kommentare gepostet wurden. Mittlerweile ist er eine Institution, die sich über Standortgrenzen hinweg einen Namen gemacht hat. Lachen ist immer noch die beste Medizin!

Tag 9 - Donnerstag, der 26.03.2020

Vom Setup sind wir als Agentur super vorbereitet auf Home Office. Der Switch auf remote arbeiten ist technisch sehr leicht. Es ist mehr die Routine, an die wir uns alle gewöhnen müssen. Feste Pausenzeiten, abends wirklich den Laptop zu klappen - es fällt manchmal echt schwer, Distanz zu schaffen. Und wir merken alle, dass 8 Stunden am Stück auf den Bildschirm schauen und ausschließlich über Hangouts zu kommunizieren ziemlich anstrengend ist. Das schlaucht doch ganz anders, als wenn man im Büro immer mal ein anderes Setting hat und vor allem auch Meetings gemeinsam vor Ort macht. Daher ist es super hilfreich, dass unsere Kollegen Michael und Pirmin ein paar Tipps für das Remote Workshops & Arbeiten im Home Office zusammengetragen haben. Das könnt ihr euch hier anschauen.

Zuhause arbeiten hat aber auch Vorteile. Erst kürzlich wurde in Frankfurt das neue Bistro eröffnet. Im 5. OG mit tollem Blick auf die Skyline. Allerdings war seitdem der Weg zur Kaffeemaschine deutlich länger. Jetzt steht die Kaffeemaschine direkt neben mir. Und ich habe meinen Esstisch so an das Fenster gerückt, dass ich direkt in der Sonne sitze. So lässt es sich arbeiten :-)

 

Blick ins Home Office

Tag 10 - Freitag, der 27.03.2020

Happy Friday! So begrüßen wir uns immer im Projekt Daily. Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an der Weiterentwicklung von Ingenuity. Denn in Zeiten wie diesen ist eine digitale Plattform für Austausch rund um Zukunftsthemen wie Artificial Intelligence, Smart Cities oder Future of Work gefragter denn je. Als Product Owner Consultant überlege ich zusammen mit meinen Teamkollegen bei Siemens, wie wir, gerade in Zeiten von Corona, unser Produkt noch besser machen können. Und so verfliegt die Woche mit vielen Konzept & Design-Absprachen, technischen Abstimmungen und Sprintwechsel wie im Flug. 

Bevor ich ins Wochenende gehe, schaue ich nochmal durch unser Intranet, was die Anderen so gemacht haben: Diese Woche haben wir gepitched, Workshops gehalten, ein Projekt ist live gegangen, … Ein bisschen was passiert dann doch noch.

Nächste Woche habe ich Urlaub. Eigentlich wollte ich mit meiner Familie an den Gardasee fahren. Stattdessen mache ich jetzt lauter Dinge, die ich vorher irgendwie nie geschafft habe: Ein Pflanzenregal aufbauen, Bücher lesen, Disney+ ausprobieren, .. und vielleicht, aber wirklich auch nur wenn immer noch Zeit ist, gehe ich eventuell joggen. Mein innerer Schweinehund ist wohl noch nicht im Ausnahmemodus. Ein gutes Zeichen :-)